Beim Willkommenstag in dieser Woche ging es wie gewohnt um die Anfänge der ELIM Diakonie und was der Name „ELIM“ eigentlich bedeutet und wie die Logos so mancher bekannter Unternehmen entstanden sind. Dabei zitierte unser Geschäftsführer Michael Hanelt einen Text von Martin Klemrath aus der WELT:
„Einen griffigen, attraktiven und langlebigen Namen für ein Unternehmen oder Produkt zu finden, ist eine Kunst. Nomen est omen. Wer eine Firma gründet oder ein Produkt auf den Markt bringt, sollte dafür einen Namen wählen, den man sich gut merken kann, der einen schönen Klang hat, unverwechselbar und gut lesbar ist. Denn es gilt, einen Blickfang für Kunden zu schaffen, ein attraktives Image zu generieren, zu einem Kaufanreiz beizutragen. Manchmal ist dafür schlicht der Name des Firmengründers geeignet. In anderen Fällen handelt es sich um Kosenamen oder Bezeichnungen historischer Figuren und Orte. Oder aber es werden extra Fantasienamen geschaffen, entweder bestehend aus zusammengesetzten Abkürzungen oder frei erfundenen Silbenkombinationen.“¹
Kurze Zeit später saß ich mit den Teilnehmenden im Raum der Begegnung, um dort die Möglichkeiten aufzuzeigen, die die Raumgestaltung für die eigene Spiritualität eröffnet. Ich zeigte mich erneut sehr verwundert über das Logo des christlichen Glaubens, das dort an der Wand angedeutet wird: Das Kreuz. Ein menschenverachtendes, blutrünstiges Mordwerkzeug der damaligen römischen Machthaber. Von wegen „attraktiv und schöner Klang“. Das ist abstoßend. Wie kann man auf die Idee kommen, seinem Unternehmen so ein Logo zu verpassen? Was für ein Gottes- und Menschenbild wird dort vermittelt? Falls es sich hier wirklich um einen Gott handeln sollte, der ein blutiges Opfer verlangt, damit der Mensch wieder mit ihm in Ordnung kommt. Wer will mit so einem Gott etwas zu tun haben?
Aber: Was wäre, wenn es bei dem Kreuz bzw. dem Gekreuzigten nicht um ein Opfer ging? Wenn es nicht um die Frage ging, wie der Mensch zu Gott kommen kann. Sondern wenn es um die Frage ging, was das ganze Leid im menschlichen Leben soll und wo Gott bei diesen Tragödien bleibt? Wo er sich zeigt. Wo er zu finden ist?
Der Evangelist Markus schildert in seiner Erzählung von der Kreuzigung, dass beim Tod von Jesus der Vorhang im jüdischen Tempel zerriss. Dieser Vorhang trennte in der damaligen Vorstellung das sogenannte Allerheiligste, das für die Gegenwart Gottes stand, von dem unheiligen, „weltlichen“ manchmal schmutzigen und leidvollen Alltagsgeschäft. Nachdem Jesus am Kreuz gestorben war, zerriss dieser Vorhang von oben nach unten. Damit macht der Erzähler deutlich, dass Gott nicht mehr im Allerheiligsten zu finden ist, sondern im „Unheiligsten“, dem Gekreuzigten. Markus will zum Ausdruck bringen, dass Gott das „Allerheiligste“ verlässt, Welt wird.
So macht dieses Logo, dieses Markenzeichen Gottes, das Kreuz Sinn. Es steht für Gottes Präsenz und Gegenwart an allen Orten und jedweder menschlichen Existenz, die in unseren Augen „gottverlassen“ erscheinen. Diese „Diakonie“ Gottes hat in der Geschichte immer wieder Menschen inspiriert, sich auf die Seite der Opfer zu stellen. Sich für Freiheit zu engagieren. Und gegen Ungerechtigkeit aufzustehen.
Was für eine „Gute Nachricht“! Oder?
Herzliche Grüße!
Wolfgang Klimm
¹ https://www.welt.de/geschichte/article256342688/Markennamen-Von-Audi-bis-Zentis-So-kurios-entstanden-Kultmarken.html
Unser Seelsorger steht allen Bewohnerinnen und Bewohnern, den Angehörigen und Mitarbeitenden unabhängig von ihrer Konfession oder ihrer weltanschaulichen Prägung als Begleiter und Gesprächspartner zur Verfügung.
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Kontakt und Terminvereinbarung
mit Pastor Wolfgang Klimm
Telefon: 040 55425-371
E-Mail: klimm@elim-diakonie.de
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