Auf einen Espresso mit dem Seelsorger – Juni

Auf’n Espresso mit dem Seelsorger – Juni 2025

In den Andachten, die ich regelmäßig in unseren Einrichtungen anbiete, geht es immer wieder um die grundsätzliche Frage: Gibt es einen Gott? Und falls diese Frage mit „Ja“ beantwortet werden kann, muss unbedingt geklärt werden: „Wie ist der Typ drauf?“. 

Was für einem Gott begegnen wir dann? Womit können wir rechnen? 

Ist dieser Gott nur zu den Frommen nett? Hat das letzte Wort wirklich die Liebe? 

Ist dieses „Wesen“ durch und durch gut? Freundlich und mitfühlend? Oder irgendwann grausam und unnachgiebig? 

Ist das derselbe Gott, der die Menschen für ihre Sünde strafen wird und sie sogar in die Hölle verbannt? Wäre so ein Gott vertrauenswürdig? 

Wie viele Verdammungsurteile wurden in Gottes Namen schon ausgesprochen. Menschen wurden ausgegrenzt, verdammt, weil sie nicht richtig glauben oder „falsch“ leben. Wenn religiöse Menschen gewalttätig werden, dann deshalb, weil sie von ihren schrägen Gottesbildern geformt wurden, einem Gott, der gewalttätig ist. Und sie es als ihre höchste Form der Treue zu ihrem Gott verstehen, andere anzugreifen, zu diffamieren und schlechtzumachen, die nicht im „biblischen Sinne“ auf dem „schmalen Weg“ sind. 

In so einem Gottesbild geht es vor allem um Moral. Dieser Gott stellt Schuldscheine aus und rechnet am Ende ab.

Mit so einem Gott will keiner was zu tun haben. 

Zum Glück beendet Jesus von Nazareth dieses Zerrbild eines unberechenbaren und gewalttätigen Gottes: die erste Spur legt er in einem Hinterhof – einem Futtertrog  als Nachtlager – wo Gott sich klein macht. Gott hält keinen Sicherheitsabstand. Ein Gott, der uns als Kind begegnet, kann meines Erachtens nur ein menschenfreundlicher Gott sein.

Und wenn wir den Eindruck haben, Gott sei gefühllos. Dieser Jesus erzählt eine andere Geschichte: Gott ist mitfühlend. Er hat die Wunden am eigenen Leib erfahren, die das Leben einem zufügen kann.

Und wenn manche sagen, Gott lässt den schwachen und hinfälligen Menschen im Stich. Jesus erzählt eine andere Geschichte: Er erzählt davon, dass Gott gerade bei denen ist, die ausgegrenzt oder ignoriert werden. 

Und wenn gesagt wird: das Kreuz steht für einen grausamen Gott. Jesus erzählt eine andere Geschichte: Er zeigt mit seiner Hingabe am Kreuz, dass er in seiner Liebe bis zum Äußersten geht. Damit all das Leid und Unrecht, all die Opfer menschlicher Schuld und Lieblosigkeit, Opfer und Täter heil werden.

Unglaublich, oder?

Herzliche Grüße!

Wolfgang Klimm

Pastor Wolfgang Klimm

Unser Seelsorger steht allen Bewohnerinnen und Bewohnern, den Angehörigen und Mitarbeitenden unabhängig von ihrer Konfession oder ihrer weltanschaulichen Prägung als Begleiter und Gesprächspartner zur Verfügung.

Nehmen Sie gerne Kontakt auf,
wenn Sie z. B.

  • Lebens- oder Glaubenshilfe suchen,
  • über Ihre Sorgen oder Ängste sprechen möchten,
  • ein Fürbitte- oder Segensgebet wünschen.

Sie sind herzlich zu den regelmäßig stattfindenden Andachten eingeladen.

Kontakt und Terminvereinbarung
mit Pastor Wolfgang Klimm
Telefon: 040 55425-371
E-Mail: klimm@elim-diakonie.de